Ok

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Heute habe ich beim Aufräumen deine Jacke gefunden. Sie hing zwischen all meinen Jeans- und Lederjacken, ganz unscheinbar und ich hatte sie schon längst vergessen. Ich stand bestimmt 5 Minuten vor ihr und habe sie erstmal angeschaut. Was mach ich jetzt damit?
Nach langem Zögern habe ich sie vom Bügel genommen. Und daran gerochen. Komischerweise riecht sie selbst Monate später noch nach dir. Vielleicht weil ich sie so lange nicht angefasst habe. Weil sie dort hing und dort immer noch hängen würde, wenn ich heute nicht aufgeräumt hätte.

 

Mir geht es gut. Das tut es wirklich. Mir geht es so gut wie seit Ewigkeiten nicht mehr. Trotzdem hat es kurz geschmerzt, als ich die Jacke an meine Nase gehalten habe und es nach dir gerochen hat. Weil es der vertraute Duft war, der Duft eines Menschen den ich mal geliebt habe.

 

So schnell wie der Schmerz gekommen ist, so schnell geht er auch wieder. Mir kommen Erinnerungen hoch, an Dinge die du getan und gesagt hast. Dinge, die mich so sehr verletzt haben, wie es noch nie etwas getan hat. Zum Glück weiß ich, dass es das richtige war dich zu verlassen. Ich habe mich selbst gerettet. Endlich. Jedes Mal wenn ich gehen wollte kam etwas dazwischen: du.

Die Erinnerungen sind teilweise schon verblasst. Vielleicht, weil sich Körper und Geist vor Dingen schützen die ihnen nicht gut tun.

 

Natürlich weiß ich dass es richtig war. Dass es das Beste war. Das Richtige. Das Beste.

 

Und trotzdem tut es ab und zu weh.

 

Wenn auch nur für einen Moment.

 

Und das ist ok.

 

Ich habe gelernt. Ich habe so viel gelernt. Über mich selbst, über die Liebe, Vertrauen und Respekt. Ich habe gesehen und gefühlt, was ich nie wieder sehen und fühlen möchte.

 

Ich habe dich geliebt. Und du weißt nicht was Liebe ist. Ich wünsche mir für dich, dass du das irgendwann mal fühlen kannst.

 

Du kannst jedem Menschen auf diesem Planeten erzählen was du möchtest. Erzähl den Leuten die fragen, dass du mich verlassen hast. Erzähl ihnen, dass ich nur eine verrückte Tante war die du nicht losgeworden bist. Dass wir was miteinander hatten und ich dich seitdem nicht mehr in Ruhe gelassen habe. Erzähl den Leuten was sie hören wollen, oder was du denkst dass sie hören wollen.

 

Tu es.

 

Aber du und ich kennen die Wahrheit. Und ich hoffe manchmal denkst du an mich und fühlst dich schlecht. So richtig.

 

Ich weiß, dass ich noch öfter solche Momente haben werde wie heute. Vielleicht nicht, weil ich noch mehr Kleidungsstücke von dir finde. Vielleicht wird es ein Lied sein, ein Ort oder ein Getränk. Was immer es sein wird, der Schmerz wird kommen und wieder gehen. So wie heute.

19 Gedanken zu “Ok

  1. Laura schreibt:

    So wahre Worte! Bei mir bleibt der Schmerz in solchen Situationen manchmal ein paar Tage, bevor mir wieder bewusst wird, dass es mir alleine auch gut geht und das Leben so viel mehr zu bieten hat als diesen einen Mann! 👌🏼

  2. christinsophie schreibt:

    Wow, so berührend. Man fühlt mit jeden einzelnen Wort mit.
    Du bist stark und wirst hoffentlich nie wieder so etwas erleben.<3
    Liebe Grüße und fühl dich gedrückt
    Christin Sophie

  3. Vroni schreibt:

    Liebe Melina,
    Ich weiß zwar nicht, was du momentan genau durchmachst und wie es dazu gekommen ist – aber dieser Text, deine Worte haben mich unheimlich berührt. Du schreibst einfach wunderbar und sehr emotional, sodass deine Gedanken für mich nachvollziehbar sind.
    Ich wünsche dir alles Liebe und nur das Beste! ❤
    Liebe Grüße,
    Vroni ❤
    P.S.: Das schwarz-weiße Beitragsbild sieht wirklich wunderschön aus und passt perfekt zu deinen Worten!

  4. Juli schreibt:

    Ich folge dir nun schon sehr lange und irgendwann ist er immer wieder in deinen Snaps aufgetaucht, damals hatte ich das Gefühl, es ist noch nicht richtig klar was zwischen euch ist und habe dich einfach gefragt, worauf du mir sagtest er sei dein Freund. Ich muss sagen, ich war skeptisch. Wegen dem Alter und seinem Kind. Aber als ich gesehen habe wie ihr euch versteht habe ich auch ihm schnell auf Instagram gefolgt und fand euch drei total bezaubernd zusammen. Habe dich dafür bewundert wie du mit diesem Temperament und in dieser Situation umgegangen bist. Dann plötzlich keine Bilder mehr. Keine Snaps von euch. Und jetzt lese ich diesen Post….und was soll ich sagen ich war sprachlos. Habe mich darin total wieder erkannt. Man merkt erst später wie sehr man sich selbst zurück gestellt hat, sein Wohlbefinden, seinen Wert, sein eigenes persönliches Glück. Es ist ein Moment wo man lächelt und denkt: ich bin auch diesen Menschen glücklich. Ich funktioniere ohne ihn. Ich habe mich befreit….und das ist ok! 😚

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