December #7

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April 2019 Part I

„Wie schnell die Zeit vergeht. Jetzt ist schon April und es fühlt sich so an, als wäre ich gestern erst in Los Angeles gelandet. Vor zwei Wochen habe ich einen neuen Flug nach Portland gebucht. Eigentlich sollte ich mehr hier in LA bleiben und auch nicht so viel Geld verprassen, aber ich konnte nicht anders. Auch obwohl er gesagt hat, wenn ich ihn nochmal besuche, muss er trotzdem arbeiten gehen. Wir haben uns beide darauf geeinigt, dass uns das nicht stört, solange wir am Ende des Tages zusammen sind. Vom 4. bis zum 9. April ist es soweit.
Ich freue mich jeden Tag auf den Unterricht hier, da es im Gegensatz zur Uni in Berlin auch wirklich Spaß macht und ich das Gefühl habe, dass ich was lerne, was mir später auch was bringt. Muss immer noch regelmäßig meine Comfort Zone verlassen, da ich Präsentationen vor den Amerikanern halten muss und auch vor Kameras spreche. Aber das tut gut. Ich merke, wie es mir immer und immer einfacher fällt, einfach drauf loszusprechen. Und wenn sich was noch komplett verändert hat, dann dass ich mir kaum noch Gedanken mache, was jemand über meinen Deutschen Akzent denkt. JEDER hier sagt mir, dass sie es lieben und sie wollen immer, dass ich noch mehr rede und dann versuchen die meisten auch so zu reden wie ich. Meinen Nachnamen aussprechen kann hier niemand und auch deutsche Sätze zu wiederholen fällt den Amerikanern super schwer.
Das Leben auf dem Campus ist tatsächlich fast genauso, wie ich es damals in „Die Sims 2: Wilde Campus Jahre“ nachgespielt habe. Es ist auch wie in den Filmen. Nur irgendwie noch cooler. Auch in Studentenverbindungen konnte ich reinschnuppern. Das ist eine so krass andere Welt und wiedermal wünsche ich mir, dass ich noch länger hier bleiben könnte. Den Flieger zurück habe ich für den 21. Mai gebucht. Aber noch sehe ich mich irgendwie nicht nach Hause fliegen. All die letzten Male, wenn ich in Amerika war, habe ich meinen Flug verschoben. Ich frage mich, wieso ich überhaupt noch Rückflugtickets kaufe, wenn ich EH nie dann zurück fliege, wann ich es geplant habe. Zuhause in Berlin warten Menschen auf mich, die mich vermissen und die ich genauso vermisse. Aber plötzlich gibt es ein zweites Zuhause und neue Menschen, die mir viel bedeuten und die ich nicht vermissen möchte und mit denen ich noch mehr Zeit verbringen möchte. Wieso kann man sich nicht zwei teilen? Und wieso muss ich jetzt, Anfang April, schon daran denken, dass es in nicht allzu langer Zeit schon vorbei sein wird? 5 1/2 Monate sind nichts. Die Tage rinnen mir nur so durch die Finger und das Gefühl, dass ich die Zeit nicht stoppen kann, macht mich wahnsinnig. Ich möchte noch nicht gehen. Und obwohl ich jeden Tag genieße und wertschätze, habe ich Angst, dass ich es nicht GENUG schätze. Mehr als mich jeden Tag daran erinnern, dass ich verdammt glücklich bin das alles hier zu erleben, kann ich nicht machen. Und wenn die Zeit gekommen ist und ich gehen muss, dann kann ich mir zumindest nicht sagen, dass ich nicht jede Sekunde ausgekostet habe.“

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