• December #7

    April 2019 Part I

    „Wie schnell die Zeit vergeht. Jetzt ist schon April und es fühlt sich so an, als wäre ich gestern erst in Los Angeles gelandet. Vor zwei Wochen habe ich einen neuen Flug nach Portland gebucht. Eigentlich sollte ich mehr hier in LA bleiben und auch nicht so viel Geld verprassen, aber ich konnte nicht anders. Auch obwohl er gesagt hat, wenn ich ihn nochmal besuche, muss er trotzdem arbeiten gehen. Wir haben uns beide darauf geeinigt, dass uns das nicht stört, solange wir am Ende des Tages zusammen sind. Vom 4. bis zum 9. April ist es soweit.
    Ich freue mich jeden Tag auf den Unterricht hier, da es im Gegensatz zur Uni in Berlin auch wirklich Spaß macht und ich das Gefühl habe, dass ich was lerne, was mir später auch was bringt. Muss immer noch regelmäßig meine Comfort Zone verlassen, da ich Präsentationen vor den Amerikanern halten muss und auch vor Kameras spreche. Aber das tut gut. Ich merke, wie es mir immer und immer einfacher fällt, einfach drauf loszusprechen. Und wenn sich was noch komplett verändert hat, dann dass ich mir kaum noch Gedanken mache, was jemand über meinen Deutschen Akzent denkt. JEDER hier sagt mir, dass sie es lieben und sie wollen immer, dass ich noch mehr rede und dann versuchen die meisten auch so zu reden wie ich. Meinen Nachnamen aussprechen kann hier niemand und auch deutsche Sätze zu wiederholen fällt den Amerikanern super schwer.
    Das Leben auf dem Campus ist tatsächlich fast genauso, wie ich es damals in „Die Sims 2: Wilde Campus Jahre“ nachgespielt habe. Es ist auch wie in den Filmen. Nur irgendwie noch cooler. Auch in Studentenverbindungen konnte ich reinschnuppern. Das ist eine so krass andere Welt und wiedermal wünsche ich mir, dass ich noch länger hier bleiben könnte. Den Flieger zurück habe ich für den 21. Mai gebucht. Aber noch sehe ich mich irgendwie nicht nach Hause fliegen. All die letzten Male, wenn ich in Amerika war, habe ich meinen Flug verschoben. Ich frage mich, wieso ich überhaupt noch Rückflugtickets kaufe, wenn ich EH nie dann zurück fliege, wann ich es geplant habe. Zuhause in Berlin warten Menschen auf mich, die mich vermissen und die ich genauso vermisse. Aber plötzlich gibt es ein zweites Zuhause und neue Menschen, die mir viel bedeuten und die ich nicht vermissen möchte und mit denen ich noch mehr Zeit verbringen möchte. Wieso kann man sich nicht zwei teilen? Und wieso muss ich jetzt, Anfang April, schon daran denken, dass es in nicht allzu langer Zeit schon vorbei sein wird? 5 1/2 Monate sind nichts. Die Tage rinnen mir nur so durch die Finger und das Gefühl, dass ich die Zeit nicht stoppen kann, macht mich wahnsinnig. Ich möchte noch nicht gehen. Und obwohl ich jeden Tag genieße und wertschätze, habe ich Angst, dass ich es nicht GENUG schätze. Mehr als mich jeden Tag daran erinnern, dass ich verdammt glücklich bin das alles hier zu erleben, kann ich nicht machen. Und wenn die Zeit gekommen ist und ich gehen muss, dann kann ich mir zumindest nicht sagen, dass ich nicht jede Sekunde ausgekostet habe.“

  • December #6

    März 2019 Part II

    „Ich hab mit allem gerechnet, aber nicht damit. Mich Hals über Kopf zu verlieben, nachdem ich dachte, ich wäre jetzt gerade allein so glücklich. Wie konnte das passieren? Darf man sich überhaupt nach einer Trennung wieder so schnell verlieben? Irgendwie stellt sich mir diese Frage gar nicht wirklich. Manche Dinge im Leben passieren halt einfach so. Man kann nichts für seine Gefühle. Ich frage mich nur was ich mir dabei gedacht habe, einen quasi Fremden zu besuchen. Ich hab von Anfang an kein bisschen Angst gehabt, ich hatte ein gutes Gefühl, sonst hätte ich auch keinen 5-Tages-Trip gebucht. Ein bisschen Risiko ist zwar trotzdem immer dabei, aber ich höre gerne auf mein Bauchgefühl. Und mein Bauch hatte Lust auf ein Abenteuer. Ich glaube, das waren die schönsten fünf Tage meines Lebens. Am ersten Tag waren wir so gut wie fremd. Am letzten Tag waren wir verliebt. Ich habe seit Jahren nicht mehr so wenig mein Handy benutzt wie in diesen fünf Tagen. Ich war so wenig am Handy, dass meine Mama schon Esra gefragt hat, ob sie was von mir gehört hat, weil ich einfach nicht erreichbar war. Er hat eine Hütte im Wald für uns gemietet, weil ich irgendwann mal auf Snapchat gepostet habe, dass ich das unbedingt mal machen möchte. Und er hat gesagt, wir gehen Snowboarden. Hatte einfach mal ja gesagt, obwohl ich das noch nie gemacht habe. Ich bin echt nicht das größte Talent was Snowboard fahren betrifft, das habe ich in diesen Tagen gemerkt, aber dafür war’s lustig. Manchmal hab ich 5 Minuten gebraucht um wieder aufzustehen, hab mich gefühlt wie der größte Sack Kartoffeln, während er etwas weiter saß, ein Bier aus der Jackentasche geholt hat und mir dabei grinsend zugesehen hat, wie ich versucht hab mit dem Board wieder aufzustehen. Meistens war er schon unten am Berg und ich bin noch irgendwo auf der Strecke geblieben. Manchmal hat er mich auch einfach von hinten gepackt und ist gemeinsam mit mir den Hang runter, frage mich ob er noch was hört so laut wie ich geschrien habe. Geduldig war er. Egal wie oft ich hingefallen bin. Am ersten Tag sind wir glaube ich nur zweimal den Berg runter in vier Stunden. Natürlich wollte ich möglichst professionell wirken und habe immer ganz fleißig gelauscht, wenn er mir erklärt hat wie man richtig fährt und aufsteht und am besten vom Lift hüpft, leider sah das in der Praxis bei mir nicht ganz so geschickt aus, wie ich mir das vorgestellt habe. Aber er hatte Spaß. Ich hatte Spaß. Und blaue Flecken. Doch das war’s wert. Hab eh immer davon geträumt mal in Amerika Winterurlaub zu machen und das hat sich dann ganz spontan ergeben. Mitte Februar kam die Nachricht „Come down and I’ll take you snowboarding. First or second weekend of march. You down?“ gemeinsam mit dem Link zur Hütte. Und so wie ich halt bin, hab ich’s gemacht und es hat sich als die schönste Zeit meines Lebens rausgestellt. Es ist der Wahnsinn, wie gut wir uns von der ersten Sekunde an verstanden haben. Ich bin ohne Erwartungen an diesen Trip gegangen, wollte ihn kennenlernen, etwas wagen, mit dem Gedanken, dass es ja ganz cool und lustig werden könnte. Und es war perfekt. Die Hütte lag so abgelegen im Wald, direkt an einem Fluss. Morgens sind wir vom Rauschen des Flusses aufgewacht, von den Vögeln und wenn man aus dem Fenster geschaut hat war alles weiß verschneit. Es war sooo kalt dort, im März, und ich bin komplett ohne Wintersachen nach Amerika geflogen, weil ich ja dachte, ich bleibe größtenteils in Kalifornien im warmen. Das einzig heiße an dieser Hütte war der Whirlpool, der draußen auf der Veranda stand und den wir jeden Abend nach einem Tag auf der Piste genutzt haben. Wir haben unzählige Stunden nur geredet, im Auto, auf der Couch, manchmal haben wir uns auch einfach nur angesehen ohne was zu sagen und trotzdem „kommuniziert“. Noch nie hat jemand so tief in meine Augen geschaut und noch nie war Stille so angenehm. 
    Der Abschied am Flughafen war nicht leicht, wir haben gesagt irgendwann sehen wir uns bestimmt wieder. Wann ist irgendwann? Ich bin schweren Herzens zurück geflogen, hab mich tausend mal gefragt was jetzt passieren wird, ob ich das einfach als einmaliges Abenteuer abspeichern soll, oder aber ob es eine Fortsetzung geben wird?
    Kurz darauf sitze ich auch schon im Camper meiner Eltern, mitten in Louisiana. Wir sehen jeden Tag andere Orte, andere Städte, jede Nacht schlafen wir woanders. Heute schlafen wir in Alabama. Dieser Roadtrip ist der Wahnsinn, die Südstaaten haben so einen besonderen Flair und besonders New Orleans hat es mir angetan, mit dem mystischen Vibe der von der Stadt ausgeht. Aber meine Gedanken wandern immer wieder nach Portland, nach Oregon und zurück in die kleine Hütte. Ich denke so oft daran, wie wir ein und den selben Song so oft hintereinander gehört haben, dass er direkt zu „unserem“ Song wurde und jedes mal, wenn ich nun dieses Lied höre fühle ich mich in diese Momente zurück versetzt. Ich checke mein Telefon ab nach einer neuen Nachricht. Ich warte auf einen Anruf. Und jedes mal, wenn ich seinen Namen sehe, überschlägt sich mein Herz vor Freude. Gibt es einen richtigen Zeitpunkt um sich zu verlieben? Wenn ja, dann ist gerade definitiv NICHT der richtige Zeitpunkt. Aber was heißt schon „richtig“? Es wird immer etwas geben, dass vielleicht nicht richtig ist. Die Zeit, der Ort, die Umstände. Was, wenn die Gefühle an sich aber richtig sind? Sollte man nicht dafür kämpfen? Dem ganzen eine Chance geben? Nichts ist unmöglich, wenn man es wirklich will. Und wer nicht wagt, der nicht gewinnt.“

  • December #5

    März 2019 Part I

    01.03.19
    Ein neues Kapitel. Die Uni hier könnte einfach nicht besser laufen. Es ist so verrückt, wie gut sich das anfühlt. Die Nächte hier sind meistens lang und ich bekomme nicht so viel Schlaf, aber das macht gar nichts, denn irgendwie bin ich trotzdem fit. Freue mich auf jeden neuen Tag. Ich tanze glaube ich mehr als ich schlafe. Endlich bin ich komplett hier angekommen. Diesen Monat steht so vieles an. Es geht nach San Diego zum ersten Mal, es geht wieder nach Portland, was mit das verrückteste ist, was ich mir mal wieder hab einfallen lassen, außerdem besuche ich meine Eltern in New Orleans und mache gemeinsam mit ihnen einen Roadtrip durch die Südstaaten. Was für aufregende Wochen. Außerdem startet bald unser Springbreak was heißt, dass die erste Hälfte des Semesters vorbei ist. Mittlerweile fühle ich mich in allen Kursen so wohl, abgesehen von manchen Fachwörtern fühle ich mich auch nicht wirklich wie ein „Ausländer“, da es generell eine so internationale Uni ist. Es wird Frühling in Kalifornien und die Bäume und Sträucher blühen, es wird früher wärmer und ich verlaufe mich nicht mehr. Das fremde Gefühl von Anfang Januar ist komplett weg, ich fühle mich hier zuhause, in meinem kleinen Zimmer mit Roommate ebenfalls und von Heimweh ist keine Spur. Ich hab mich immer gefragt, wie es wohl sein mag so lange aus Berlin weg zu sein und in einem anderen Land zu studieren. Ich hab mir die Szenarien so oft ausgemalt und mir vorgestellt wie es sein wird. Aber es ist anders als ich dachte. Es ist viel besser. Und egal wie ich versuche es zu beschreiben, man kann so etwas gar nicht richtig in Worte fassen, diese Erfahrungen die man sammelt. In einem Land so weit weg, ohne einen seiner engsten Personen um sich, dafür mit so vielen neuen Gesichtern und das alles in einer Sprache, die ich zwar gut beherrsche, die aber nunmal nicht meine Muttersprache ist. Ich bin so dankbar für die Möglichkeit, diesen Traum zu leben und diese Erfahrungen zu machen.
    Man lernt sich selbst auch nochmal ganz neu kennen. Nur fällt es mir schwer zu glauben, dass die Hälfte der Zeit bald schon um sein soll. 5 1/2 Monate klingt am Anfang lang, aber ist es das wirklich? Ich denke nicht. Zumindest nicht, wenn man sich erstmal irgendwo einlebt. Ich würde so gern die Zeit anhalten, genau jetzt, genau jetzt wo sich alles einspielt und eine Routine reinkommt. Aber leider funktioniert das Leben so nicht, also versuche ich einfach zu genießen. Jede Sekunde, jeden Tag, jedes neue Abenteuer. Denn diese Zeit kommt nie wieder.

  • December #4

    Februar 2019 Part II

    „Es ist Ende Februar und ich fühle mich freier und besser denn je. Manchmal muss man sich einfach eingestehen, dass man vielleicht etwas überstürzt hat. Oder vielleicht auch nicht? Ich hatte so eine Situation irgendwie noch nie vorher. Im Sommer 2018 war ich verliebt. Und nach ein paar Monaten war ich es immer noch und habe gedacht:“Hey Melina, trau dich, lass es endlich mal wieder zu, geh eine Beziehung ein und schau was passiert.“. Und was ist passiert? Ich war glücklich, wirklich genau so lange bis ich in den Flieger gestiegen bin. Und mit jedem Kilometer habe ich mehr gezweifelt. War es denn dann nun ein Fehler? Ich glaube nein. Natürlich ist es nicht schön jemandem das Herz zu brechen. Aber das wollte ich nie und das war nicht meine Absicht. Ich bereue auch die Beziehung nicht. Es war so eine schöne Zeit, die ich nicht missen möchte. Aber nicht jede schöne Zeit hält auch für immer an. Und das Beste daran? Es ist ok. Ich frage mich aber auch, ob ich es hätte ahnen können. Ich denke, wenn es DIESE EINE Beziehung gewesen wäre, dann hätte ich diese Zweifel nie gehabt. Die Zweifel die in den ersten Tagen aufgekommen sind und die mich so verwirrt haben. Aber eigentlich haben sie mich nicht verwirrt, denn die Zweifel waren ganz klar und deutlich und eigentlich wusste ich, was mein Herz mir sagt. Wollte es einfach nicht wahr haben . Woran ich noch mehr merke, dass ich die richtige Entscheidung getroffen habe? Ich bin glücklich. Ist es nicht das, worauf es im Leben ankommt? Glücklich sein? Mit sich selbst, seinen Entscheidungen. Manchmal muss man eben egoistisch sein, manchmal muss man an sich selbst denken, auch wenn man andere vielleicht verletzt.
    Die Zeit hier rennt nur so, ehe ich mich versehe ist eine weitere Woche rum und nun ist bald März. Ich war zum ersten mal in Las Vegas und Nevada ist einfach so ein unglaublich vielfältiger Staat. Wüste, Berge, Schnee und Hitze. Die Weiten Nevadas faszinieren mich und ich weiß nicht wieso so viele Menschen Las Vegas hassen. Die Stadt hat etwas außergewöhnliches, etwas besonderes und sie ist so viel mehr als nur Casinos. Obwohl mir die Casinos auch gefallen. Ich kann mir mittlerweile nicht mehr vorstellen, dass ich eigentlich in New York City studiert hätte. Es fühlt sich so an, als kommt gerade alles genau so wie es kommen musste. Jede Begegnung macht Sinn und es treten neue Menschen in mein Leben, die plötzlich nicht mehr wegzudenken sind. Ist es nicht verrückt? Mein Traum war IMMER New York, IMMER. Los Angeles stand nie zur Debatte. Und ich frage mich jetzt in diesem Moment, was mich dazu gebracht hat mich in LA zu bewerben, wenn ich dort nicht mal unbedingt Urlaub machen möchte. Ich bin so dankbar für meine Entscheidung. Ich möchte gerade nirgendwo anders sein als hier. Im Valley von Los Angeles. Kennt ihr das, wenn ihr spürt ihr seid zur richtigen Zeit am richtigen Ort? Genau das spüre ich hier. Und das ist gerade erst der Anfang.“

  • December #3

    Februar 2019 Part I

    „Ich hätte um ehrlich zu sein gedacht, dass ich in LA nur ein paar mal tanzen gehe, aber schon nach zwei Wochen bin ich hier direkt in die Tanzszene gerutscht und tanze noch mehr als in Berlin. Ich glaube daran, dass im Leben alles aus einem Grund passiert. Letztes Jahr, als ich mit Kevin in Amerika war, habe ich mich während unseres LA Aufenthalts dazu entschlossen tanzen zu gehen. Ich hätte das auch in jeder anderen Stadt machen können, aber in LA war mir plötzlich danach und ich meinte zu Kevin:“Du, heut Abend gehe ich tanzen.“ Und das nach einem Tag in den Universal Studios! Ich war kurz davor das ganze abzusagen, allerdings habe ich über ein Tanzforum einen Tanzlehrer kennengelernt, der bei uns direkt um die Ecke gewohnt hat und angeboten hat, mich mit zur Location zu nehmen. Spontan wie ich bin habe ich das Angebot natürlich angenommen.
    Ich hatte allgemein nicht vor, so schnell noch einmal nach LA zurück zu kehren. Niemals hätte ich gedacht, dass ich mein Auslandssemester dort machen würde. LA hat mich nie so gecatcht wie New York oder Washington D.C oder Miami oder San Francisco. Und trotzdem ist es so gekommen. Und wäre ich in dieser Nacht nicht mit diesem Tanzlehrer tanzen gewesen, wäre ich auch nicht so schnell in der Bachata Szene in LA gelandet bei meiner Rückkehr zum Auslandssemester. Ich war noch nichtmal zwei Wochen in Kalifornien und schon hat er mir eine Nachricht geschrieben und mir die besten Tanzspots verraten. Und wie es sich für einen netten Kerl aus der Tanzszene gehört, hat er mir direkt all die wichtigen Leute und guten Tänzer vorgestellt. Eins kommt hier zum anderen. Ich bin in einem Tanzteam, ich werde in wenigen Tagen auf dem Los Angeles Bachata Festival auftreten und gehe 5-6 von 7 Nächten die Woche tanzen. Damit habe ich wirklich nicht gerechnet, vor allem, da alles so schnell geht. 
    Ich bin etwas aufgeregt, dass ich mich vertanzen werde beim Auftritt, aber ganz ehrlich: was habe ich zu verlieren? Das sind Chancen, die bekommt man nur einmal. Meine größte Leidenschaft ist das Tanzen und ich bekomme hier gerade die Möglichkeit mit einem Team auf der Bühne zu stehen, sogar zu unterrichten und ich lerne so viele neue Leute kennen. Ich schlafe zwar wenig, aber in Berlin habe ich auch nie viel geschlafen, zumindest nicht in der Nacht. Das alles fühlt sich so richtig an und ich kann diese ganzen neuen Eindrücke kaum verarbeiten. So viel passiert gerade in meinem Leben, so viel tut sich und ich merke, wie die Gedanken an Zuhause in Berlin weniger werden. Natürlich vermisse ich meine Freunde, ich liebe meine Freunde, aber ich baue mir hier gerade ein zweites Zuhause auf und das ist ein schönes Gefühl. Je näher Valentinstag rückt, desto bewusster wird mir auch, dass ich mir immer noch etwas eingestehen muss, was ich mir momentan mehr oder weniger schön rede. Meine Beziehung. Es liegt nicht nur an mir, dass weiß ich auch. Aber ich merke immer mehr in welche Richtung meine Gefühle gehen und dass es das fairste für beide ist, wenn ich mir in den nächsten Tagen darüber im Klaren werde und Konsequenzen ziehe. Eigentlich glaube ich, dass ich mich nur davor drücke der Wahrheit ins Auge zu sehen. Und ich frage mich ernsthaft, wieso mir das erst so heftig bewusst geworden ist, als ich in den Flieger Richtung LA gestiegen bin.  Vorher hatte ich doch eine genaue Vorstellung wie alles laufen wird. Und kaum habe ich Deutschland verlassen, hat sich alles geändert. Vielleicht liegt es daran, dass mir die Distanz gezeigt hat was mir wirklich wichtig ist und was ich will. Nicht nur vielleicht. Ich glaube das ist es. Nichts hat mir mehr die Augen geöffnet als der Locationwechsel. Ich hab meine Augen vor etwas ganz wichtigem verschlossen ohne es so wirklich zu merken. Krass was einem alles so bewusst wird, wenn man mal eben 9.304km weit weg zieht. Man merkt, wen man wirklich liebt und wen man wirklich vermisst. Man merkt, woran das Herz hängt. Das wäre mir nicht so schnell bewusst geworden, wenn ich in Berlin geblieben wäre. Manche Sachen und manche Menschen sind einfach „bequem“ und man bleibt mit ihnen, weil es eben schön ist und sich in dieser Zeit gerade gut anfühlt. Aber nicht jede Freundschaft ist wahr und nicht jede Liebe ist tief. Und nichts wird dir besser zeigen wem du wirklich etwas bedeutest als die Entfernung. Und nichts wird dir besser zeigen wer DIR etwas bedeutet als die Entfernung.“

  • December #2

    Januar 2019 Part II

    „Ich kann es selbst kaum glauben, dass der Januar nun fast vorbei ist und ich schon über zwei Wochen in Amerika lebe. Es ist noch viel intensiver und besser als ich es mir vorgestellt habe, es ist manchmal eine Herausforderung aber ich liebe jede Sekunde. Die Uni ist so riesig, ich verlaufe mich so gut wie jeden Tag. Keine Ahnung welches der schnellste Weg vom Campus und wieder zurück ist, aber ich habe ihn noch nicht gefunden. In den Kursen wurde ich direkt super lieb aufgenommen, allerdings fühlt es sich noch etwas komisch an. Bin in all meinen Kursen die einzige internationale Studentin und fast jeder kennt zumindest ein oder zwei Andere im selben Kurs. Egal. Ich genieße – und das meine ich wirklich so – jeden Tag so sehr. Ich versuche mich immer daran zu erinnern wie lange ich davon geträumt habe diese Traum zu leben und jetzt bin ich hier. Kalifornien ist dieses Jahr zwar etwas verregnet, allerdings gibt es fast jeden Abend einen atemberaubenden Sonnenuntergang. Es ist einfach alles wie im Film und ich weiß nicht, wann ich so richtig realisiere, dass ich jetzt wirklich hier bin. Habe nur 3 Tage die Woche Uni und habe somit auch immer ein langes Wochenende. Natürlich bin ich schon am planen der ersten Trips. Immerhin vergeht die Zeit immer schneller als man denkt. All die Mädels und auch die Jungs hier, wir verstehen uns echt gut und es fühlt sich schon nach so kurzer Zeit nach einem zweiten Zuhause an. Die ersten Tage musste ich mich eingewöhnen und es war so ungewohnt nun wieder neue Kommilitonen zu haben, alle aus verschiedenen Ländern. Aber ich hab schon nach den ersten Wochen viel über andere Kulturen und Menschen gelernt, dass ich weiß, dass mir diese Zeit hier einiges beibringen wird. 
    Da ist nur eine Sache, die ich gekonnt verdränge und die mir mit jedem Tag die ich hier bin mehr bewusst wird und die ich mir nicht getraue einzugestehen. Im Sommer habe ich mich verknallt. Ich hatte eine wunderbare Zeit mit einem tollen Mann, der sehr gut zu mir ist und ich habe mich zum ersten Mal seit langer Zeit bereit gefühlt Gefühle zuzulassen. Und das hat sich gut und richtig angefühlt. Für den Moment. Für die Momente die wir zusammen hatten. Doch umso näher das Auslandssemester kam, desto mehr habe ich innerlich gezweifelt. Was will ich? Will ich eine Beziehung? Ist das wirklich Liebe? Sich solche Fragen zu stellen, nachdem man bereits abgereist ist und sie ehrlich zu beantworten, das ist gar nicht so einfach wie ich dachte. Und ich weiß nicht, inwiefern ich mir selbst etwas vorgemacht habe und es vielleicht immer noch tue. Aber das ist nicht fair. Ich will niemanden verletzen, aber ich weiß gerade auch irgendwie nicht was richtig ist. Wenn ich mir das eingestehe was ich vermute, dann bedeutet das, dass ich Konsequenzen ziehen muss. Unangenehme Konsequenzen. Ich überlege so oft hin und her und bin gleichzeitig so abgelenkt von all den neuen Eindrücken, dass ich diese Fragen eben doch immer wieder verdränge. Und ich merke aber immer wieder, dass das nicht richtig ist und sich irgendwas falsch anfühlt. Nichtmal jetzt traue ich mich, die wirkliche Wahrheit auszuschreiben und das was ich fühle zuzulassen. Vielleicht habe ich eine falsche Entscheidung getroffen. Vielleicht, vielleicht auch nicht. Was ist richtig und was ist falsch?“

  • December #1

     

    Januar 2019 Part I

    „California State University Northridge – ich lese den Namen, aber kann mir absolut noch nichts darunter vorstellen. Wie sieht es dort aus? Wie groß ist der Campus? Wie weit genau ist das von Hollywood weg? Ich benutze die weltbekannte Suchmaschine um mir ein besseres Bild davon machen zu können. Nun gut, jetzt weiß ich zumindest schonmal ungefähr wie es dort aussieht. Ziemlich amerikanisch. Eine Bibliothek doppelt so groß wie die Uni die ich in Berlin besuche. Palmen wohin man auch schaut. Genau so wie ich mir das immer vorgestellt habe. Aber was ich mir noch überhaupt nicht vorstellen kann ist, dass ich bald dort in diesem Bild bin und dort leben werde. Die Zeit rennt und plötzlich sind es nur noch 7 Tage bis zum Abflug. Ich weiß jetzt schon, dass es die spannendste Zeit meines Lebens wird und ich war noch nie so bereit für etwas.
    Ich weiß, dass sich viele das vielleicht nicht vorstellen können, weil man eben auch Familie und Freunde hat die man vermissen wird. Allerdings war es schon immer so ein riesiger Wunsch von mir einmal in Amerika zu leben und dort zur Schule zu gehen oder zu studieren und der Wunsch ist kurz davor in Erfüllung zu gehen.
    Natürlich werde auch ich meine Freunde und meine Familie vermissen, aber ich wandere ja nicht aus, sondern weiß, dass ich früher oder später zurück kommen werde.
    I am ready.
    Manchmal habe ich sogar ein schlechtes Gewissen, wenn ich zu meinem Freund oder meinen Freunden sage, dass ich es kaum erwarten kann los zu fliegen, weil sie mich am liebsten nicht gehen lassen würden. Ich habe auch nicht wirklich Angst vor irgendwas. Ich habe keine Angst vor Heimweh. Ich habe viel mehr Angst vor dem Tag, an dem ich wieder zurück muss, weil ich jetzt schon weiß, dass es mir gefallen wird. Natürlich kann man sich auch irren, aber irgendwas in mir sagt mir, dass ich keine Angst haben brauch.“

     

    Das waren meine Gedanken kurz bevor ich nach Amerika geflogen bin. Es ist genau ein Jahr her, als ich mitten in den Vorbereitungen für mein Auslandssemester gesteckt habe. Über die Monate hinweg habt ihr mir sehr viele, teils sehr private, Fragen gestellt und ich habe manche davon nie beantwortet. Teilweise, weil ich noch nicht bereit war darüber öffentlich zu reden und manche Dinge auch einfach nicht jeden was angehen. Trotzdem teile ich wirklich einen großen Teil meines Lebens mit euch und möchte euch über die Dezembertage ein bisschen mitnehmen durch mein Jahr 2019 und vielleicht bekommt ihr dann auch noch die ein oder andere Antwort auf eure Frage. Ich habe mir überlegt, dass ich das ganze als eine Art „Adventskalender“ gestalte (ich weiß, schon einen Tag zu spät haha super Start) und ein Bild mit euch teile, welches ich noch nicht gepostet habe und eine Geschichte dazu erzähle. Das Jahr hat allerdings 12 Monate und ein Adventskalender 24 Tage, sodass sich immer 2 Tage um einen Monat handeln werden. Tag 1+2 handeln also von Januar, 3+4 von Februar and so on.

    Ich hoffe, dass euch diese Idee gefällt und euch diese tagebuchartigen Einträge über mein Jahr gefallen.

     

  • Packliste Auslandssemester

     

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    Was meint ihr, wann habe ich angefangen für mein Auslandssemester zu packen? Richtig, einen Tag vorher. Natürlich habe ich mir vorgenommen früh anzufangen, natürlich hat es nicht geklappt. Jetzt, wo ich seit über einem Monat wieder hier bin, kann ich euch ja mal verraten, was ich mitgenommen habe für ein halbes Jahr Amerika und was ich erfolgreich vergessen habe!

     

    Basics:

    Ich habe nur einen Koffer mit 20kg und einen Handgepäckkoffer mit 12kg gehabt, also echt nicht viel Platz für viele Sachen. Ich liste euch einmal grob auf, was ich so dabei hatte.

    – Unterwäsche für 14 Tage, Socken ebenfalls für 14
    – 3 Jeans, zwei schwarze, eine blaue
    – 2 Sportoutfits
    – 2 Pullis
    – 4 schönere Oberteile, auch fürs Bachata tanzen
    – 2 kurze Hosen
    – 2 Kleider
    – 1 Jumpsuit
    – eine Winterjacke, eine Jeans- und eine Lederjacke
    – eine Strickjacke
    – ein paar Tanzschuhe, ein paar Turnschuhe, zwei paar Sneaker, ein paar Highheels, ein paar Flipflops

    Das war es eigentlich auch schon grob an Anziehsachen. Da ist natürlich auch jeder anders, aber die Monate im Ausland haben mir mal wieder bewiesen wie super man mit einer Handvoll Anziehsachen zurecht kommt. Ich hatte die Zeit meines Lebens und das ohne hundert fancy Outfits! Im Notfall kann man ja auch vor Ort shoppen gehen, da habe ich mich aber auch kurz gehalten, denn ich hatte ja auch auf dem Rückflug nicht mehr Gepäck frei. Im Endeffekt musste ich auch sehr viel in Amerika lassen, damit ich kein Übergepäck habe.

    Was ich vergessen habe:

    MEINE SONNENBRILLE – Liebe Leute, wie kann man denn nach Kalifornien ziehen und seine SONNENBRILLE vergessen?! Das ist wie als wenn ich an den Nordpol ziehe ohne Schal und Handschuhe! Mein Roomie Julie hat mir glücklicherweise eine ihrer Brillen geschenkt und somit hatte ich dann ab März auch eine Sonnenbrille!

    Haarspray – nicht unbedingt notwendig aber hätte ich mir auch mal in Deutschland holen können.

    Mehr fällt mir gerade gar nicht ein, da die Sonnenbrille tatsächlich das gravierendste war.

     

    Wichtige Dinge & Hinweise:
    – Kontaktlinsen, da man diese nur mit einem Rezept in den Staaten bekommt
    – 1x Shampoo & Spülung kaufen, zumindest für den ersten Monat, da so etwas in den USA tatsächlich etwas teurer ist als in Deutschland
    – Sprühdeo! Wenn ihr Sprühdeo benutzt, holt euch das definitiv auf Vorrat in Deutschland. In den USA kostet ein Sprühdeo gerne mal 8$.
    – Generell Kosmetikprodukte, lohnt es sich zumindest einen kleinen Vorrat mitzunehmen, da vieles wirklich teurer ist! Abschminktücher, Cremes, Shampoo.. Leute, nichts kommt gegen DM & Rossmann an!

     

    Sonstiges:

    Wichtig ist natürlich ein

    Adapter für Steckdosen

    Ansonsten:

    – Lockenstab/Glätteisen bei Bedarf
    – Laptop für Unisachen
    – Terminkalender
    – Haargummis
    – Kamera (hatte keine dabei, Handy hat mir gereicht)
    – Ladekabel
    – Taschen/Rucksack/Bauchtasche

     

     

    Ich kann euch wirklich nur immer wieder ans Herz legen mit wenig zu reisen. Man braucht für 5 oder 6 Monate keine 3 Koffer und man muss auch nicht jede Woche in den USA shoppen gehen. Natürlich gibt es dort krasse Angebote und wie oft stand ich vor den Regalen mit Nike Schuhen, die im Gegensatz zu Deutschland super günstig waren. Aber dann habe ich mich daran erinnert wie viele paar Sportschuhe ich besitze und wie unwichtig es ist, eine große Auswahl an Schuhen zu haben, wenn man im Endeffekt eh immer die gleichen 2 Paar trägt. Ich habe wirklich zweimal nachgedacht bevor ich etwas gekauft habe und habe versucht, nur dann zu kaufen, wenn es wirklich einen Grund gab. So hatte ich am Ende der Reise zwar trotzdem noch Probleme all mein Gepäck in einen Koffer zu bekommen, allerdings hätte ich wenn ich viel geshoppt hätte definitiv einen zweiten Koffer gebraucht. Ich hatte die besten 6 Monate meines Lebens und keiner hat mich verurteilt, weil ich nur 3 paar Jeans besitze oder nur 2 Kleider, die ich regelmäßig abwechselnd getragen habe. Und es war echt auch eine Erleichterung nur so wenig zu besitzen, denn so hat man nicht viel zum Überlegen gehabt was man denn anzieht.

    Falls euch noch was einfällt, was ihr zu dem Beitrag ergänzen möchtet, schreibt es gern in die Kommentare!

     

  • Life UPDATE + ESTA für die USA / Anzeige

     

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    Noch knapp etwas mehr als einen Monat habe ich hier in den USA, bis es für mich wieder zurück nach Hause nach Deutschland geht. Ich genieße meine Zeit hier wirklich in vollen Zügen, das merkt man glaube ich, und ich mache das meiste aus meinem Aufenthalt. In nicht mal 10 Tagen werden ich Los Angeles verlassen und dann geht es für mich nach Las Vegas. Zum Glück habe ich eine gute Freundin in Las Vegas die mich bei sich aufnimmt und es ZUM GLÜCK auch etwas über einen Monat mit mir aushält. Gemeinsam werden wir campen gehen und noch einige National Parks in Nevada, Utah und Arizona anschauen. Ich kann es gar nicht glauben, dass ich nach über 5 Monaten Los Angeles noch das Glück habe einen Monat in Las Vegas zu leben und ich bin wirklich sehr dankbar. Ich hätte niemals gedacht, dass es mir in Nevada so gut gefällt, aber ich bin direkt beim ersten Mal hin und weg gewesen und habe mich von Las Vegas verzaubern lassen. Bei mir ist es mit Orten genauso  wie mit Menschen, entweder es macht „Klick“ oder nicht. Las Vegas war so ein Ort, an dem ich mich direkt wie zuhause gefühlt habe und das bestimmt auch zum Teil wegen meiner Freundin. Aber ich habe einfach eine wundervolle Zeit beim ersten Mal hier gehabt und das hat sich beim zweiten Mal auch bestätigt und deshalb hat es sich einfach richtig angefühlt meinen Aufenthalt in den Staaten zu verlängern und einen Monat in Las Vegas ran zuhängen. Niemals hätte ich am Anfang meiner Reise damit gerechnet, dass ich meinen Aufenthalt nicht in Los Angeles sondern in Las Vegas beenden würde! Aber so ist das Leben und manchmal kommt es einfach anders als man denkt.

     

    Es ist immer etwas Besonderes für mich hier in den Vereinigten Staaten von Amerika zu sein und es gibt jedes Mal soooo viel zu entdecken, das kann man sich das nicht vorstellen kann, bis man selber hier war und die weiten des Landes kennengelernt hat.

     

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    Letztes Wochenende habe ich mir einen Traum erfüllt und bin gemeinsam mit meinem Roommate Julie ins Death Valley gefahren. Ich habe jede einzelne Sekunde genossen und besonders die Zeit, die ich selbst am Steuer sitzen durfte! Allein dafür hat sich das Machen meines Führerscheins im letzten Dezember sowas von gelohnt und ich bereue keine Sekunde. Ich bin mittlerweile mehr in den USA gefahren als in Deutschland und ich bin so froh, dass ich hier so viel Fahrpraxis bekomme. Als ich mein Auslandssemester in den USA geplant habe, hätte ich niemals gedacht, dass es so verlaufen würde wie es nun verlaufen ist, aber ich bin soooo unglaulich froh darüber.
    Über die Monate hier habe ich einige Fragen von euch erhalten bezüglich Amerika und meinem Leben hier. Eine häufige Frage war die nach dem Visum für meinen Aufenthalt.

    Da ich hier momentan studiere, habe ich über die Uni natürlich ein Studentenvisum (F1) erhalten.
    Aber ich weiß genau, nach welcher Antwort ihr sucht, wenn ihr nach einem regulären Aufenthaltsvisum sucht.

    Wenn ihr nicht länger als 90 Tage in den USA bleiben möchtet, könnt ihr ganz einfach über einen ESTA-Antrag (klickt gern auf den Link) einen Antrag stellen, der euch im Gegensatz zu einem richtigen Visumsantrag nicht viel Zeit kostet.

    Im Gegensatz zu anderen Ländern, ist es relativ unkomplex als EU-Bürger einen ESTA zu erwerben. Ich war nun mittlerweile auch schon mehr als 8-mal in den USA und es war jedes Mal super einfach einen ESTA-Antrag via https://visumantrag.de/usa zu stellen.

    Im Vergleich zu einem richtigen Visum ist es super einfach ein E-Visum zu erhalten, weil ihr nicht extra zur richtigen Botschaft gehen müsst um ein Visum zu erhalten. Normalerweise beantrage ich 1-2 Monate vor einer USA-Reise mein ESTA, einfach um sicher zu sein, dass alles glatt gelaufen ist und ich nicht in Zeitnot gerate. Natürlich ist es auch möglich das ESTA schneller zu erhalten, allerdings gibt es keine Garantie, dass ihr es rechtzeitig vor eurem Flug erhalten werdet, also solltet ihr euch wirklich rechtzeitig um euer ESTA kümmern, um eine reibungslose Einreise gewähren zu können.

     

    Ich hatte nie Probleme mit diesem Formular und es hat immer alles reibungslos geklappt.
    Falls ihr eine Reise in die USA plant, wünsche ich euch jetzt schon eine unvergessliche Zeit und ich weiß, egal in welchen Staat es euch verschlägt, ihr werdet die Zeit eures Lebens haben!!

     

     

     

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  • Miami, good to see you again!

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    Und wieder einmal ging es für mich nach Miami. Das war nun schon das vierte Mal in South Beach und ich genieße es jedes mal in vollen Zügen.
    Und das lustige dabei ist: nach meinem ersten Mal in Miami fand ich es dort überhaupt nicht cool. Das kann aber natürlich daran liegen, dass ich damals 16 Jahre alt war und andere Interessen hatte als einige Jahre später. Und am Wetter lag es sicherlich auch.
    Damals war ich nämlich nur für einen Tag dort und es war bewölkt und das Meer sah in meinen Augen aus wie die Ostsee, haha.
    Als ich dann 2015 das erste Mal wieder dort war, war es Liebe auf den zweiten Blick.
    Miami hatte mich mit dem Vibe der Stadt, dem (diesmal tollen) Wetter und den Möglichkeiten zum Feiern und Spaß haben dort einfach in den Bann gezogen. Die letzten drei Male war ich immer im Februar/März dort, also immer zu der Zeit in der der Spring Break an den amerikanischen Unis ist (auf Deutsch bedeutet das einfach nur „Frühlingsferien“). Das heißt, es ist dementsprechend viel los in der Stadt und es gleicht einer riesigen Party! Aber Miami ist meiner Meinung nach immer eine Reise wert! Je nachdem ob man es ruhiger oder wilder haben möchte, sollte man sich überlegen, zu welcher Zeit man reisen möchte. Wenn ihr nicht während der Spring Break Zeit dort sein möchtet, dann reist nicht im Februar/März. Im Sommer ist es in Florida allerdings sehr sehr heiß, weshalb ich den Frühling bevorzuge. Habe mich krass verbrannt dieses mal haha, wear your sunscreen!!

    Nun aber zu den Tipps, nach denen ihr am meisten fragt.
    Wo gehe ich essen? Wo gehe ich feiern?

     

    ESSEN GEHEN

    Miami ist SUPER TEUER. Und wenn ich super teuer sage, dann meine ich super teuer. Eine Mahlzeit bekommt ihr hier in South Beach meist nicht unter 15$. Kommt natürlich darauf an wo ihr hingeht, aber zB. die Lokale direkt am Ocean Drive, da werdet ihr euer Geld schnell los! Wir haben jeden Tag woanders gegessen, hatten aber nur zwei Mahlzeiten am Tag. Meist haben wir mit einem späten Frühstück bei Starbucks begonnen (ein Bagel, ein Iced Coffee und ein Cake Pop) für um die 8-10$. Und Mittag und Abendessen haben wir dann einfach zusammengetan gegen Nachmittag. Es gibt ein paar Orte, da bekommt ihr günstiges Essen, wie zB. in kleinen Imbissen oder in Lokalen, die nicht direkt in South Beach sind. Plant aber generell für Essen gehen mit Trinken und Tax (Steuer) 25-30$ ein (pro Mahlzeit).

    Mein absolutes Lieblings-Frühstückslokal ist „Under the Mango Tree“. Dort gibt es leckere Açai Bowls und Sandwiches und sooooo leckere Smoothies! Ist ein absolutes muss, wenn ihr in Miami seid.

    Ansonsten kann ich euch als gesundes Lokal noch „Gogo fresh food“ empfehlen, ist allerdings etwas weiter weg.
    Die restlichen Restaurants die wir besucht haben waren ok, aber jetzt nichts weltbewegendes. Wir waren einmal mexikanisch essen, einmal gab es Thai, wir waren in einem typischen amerikanischen Diner und und und…
    Lauft einfach die Collins Avenue oder die Washington Avenue lang und ich findet unzählige Lokale! Nur am Ocean Drive würde ich wie gesagt aufpassen, da es dort echt sehr teuer werden kann. Schaut euch vorher genau die Preise an. 25$ für eine Pizza finde ich einfach unverschämt, haha. Zumindest, wenn es nicht gerechtfertigt ist.

     

     

    AUSFLÜGE

    Kommen wir nun zu Tagesausflügen. Was kann man machen? Was lohnt sich?
    Ich war nun schon einige male in Florida und war vor einigen Jahren in den Everglades, Key West und auf den Bahamas. Das sind alles Trips, die euch in Miami angeboten werden. Wenn ihr die Zeit habt, dann macht das unbedingt! Mein Fokus lag dieses mal aber nicht auf Ausflügen, da ich das ja alles schon gesehen habe und primär nach Miami wollte um mit den Mädels zu feiern und am Strand zu entspannen. Aber ich kann euch trotzdem nur raten, wenn ihr die Zeit habt, dann schaut euch die Everglades etc. an! Wir haben uns dieses mal auf Dinge beschränkt, die in der Nähe waren, wir also Miami nicht verlassen mussten.

    Als erstes ging es für uns nach Little Havana. War ganz cool, aber ehrlich gesagt eher enttäuschend. Wir haben uns hauptsächlich auf der Calle Ocho aufgehalten und sind dort zwischen den Geschäften langgelaufen. Gegessen haben wir haben super! Wir waren bei einem Puerto Ricaner und haben „Mofongo“ gegessen (gleichnamig mit dem Restaurant). Kochbanane. Sehr speziell, aber super lecker.
    Ansonsten kann man sich Little Havana mal angucken, muss man aber nicht (wie ich finde).

     

     

     

    Viel besser als Little Havana hat und der Wynwood Art District gefallen! Die berühmten Wände dort sind definitiv sehenswert und wir sind sogar noch auf einem Street Market gelandet, mit Food Trucks, Musik etc. Der Vibe in Wynwood gefällt mir mega und ich würde dort definitiv nochmal hin.

     

     

     

    Ansonsten kann man sich in Miami natürlich noch Downtown anschauen und den South Pointe Park, der ganz am Ende von South Beach ist. Zum Shoppen gibt es einige Malls, war aber nie drinnen, weil ich einfach nicht so der Shopper bin, haha. Mein Geld fließt in mehr Flugtickets und Essen. Die Lincoln Road ist aber auch super! Die kann man zB. vom Hostel aus zu Fuß erreichen und ist super zum draußen langschlendern. Am Ende der Shopping Straße gibt es ein Shake Shack und der beste Eisladen: The Frieze Ice Cream Company.

     

     

     

    Man kann also einiges unternehmen. Alle Orte sind auch mit lokalen Bussen erreichbar, wo ihr circa 2.55$ pro Strecke zahlt. Der Bus fährt übrigens auch vom Flughafen nach South Beach, ebenfalls für 2.55$ (Buslinie 150).

    NACHTLEBEN

    Kommen wir nun, zu guter letzt, zum Nachtleben!
    Ihr solltet direkt wissen, ich HASSE TECHNO UND EDM! Haha. Deshalb kann ich euch, falls ihr jetzt einen Club Guide erwartet, leider nicht weiterhelfen.
    Ich bevorzuge Bars. Clubs in Miami kosten gut und gerne mal 30-150$ Eintritt (Tendenz eher aufwärts) und Bars meistens nichts. Und in Bars läuft für meinen Geschmack auch einfach bessere Musik.
    Mittwochs ist im „Lost Weekend“ immer Ladies Night und ihr bekommt als Frau 4 Getränkecoupons!
    Das „Twist“ ist eine Schwulen/Lesben Bar, aber auch ich als Hetero liebe diese Bar. Es gibt so viele Dancefloors, dass es quasi wie ein Club ist, die Leute sind dort mega entspannt und es gibt sogar einen Latin Dancefloor. Der Eintritt ist ebenfalls gratis.

    Das „Mangos“ ist sehr bekannt, sollte man mal gesehen haben, ist aber für mich zu „Mainstream“, weil es dort einfach auch überteuert und zu voll ist. Die Aufmachung ist aber total toll und sehenswert.

    Ansonsten sind wir einmal mit dem Hostel in einen Club und zwar ins „Story“, für 30$ (wurde übers Hostel angeboten, dort werden euch jeden Abend Aktivitäten angeboten für Clubs/Pub Crawls etc.) und sind nach 20 Minuten wieder gegangen, weil’s nicht unsere Musik war. Der Club sah aber von innen cool aus.

    Ich kann euch empfehlen, entweder einfach spontan Bars zu besuchen oder aber mit dem Hostel mitzugehen und die angebotenen Clubs/Bars zu besuchen. So lernt ihr neue Leute kennen und habt garantiert Spaß.

     

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    Miami ist für mich immer eine Reise wert, auch wenn wir dieses mal 6 Tage während des Spring Breaks da waren und das schon echt heftig war. In unserem 10-Bett-Zimmer haben sich andauernd Leute übergeben oder haben geschnarcht, draußen ist permanent die Polizei unterwegs und man hört immer Betrunkene pöbeln oder laute Musik, haha.
    Mal sehen wie viele Jahre ich das noch mache, bevor ich mich zu alt fühle. Aber wie oben erwähnt, wenn ihr während anderen Monaten kommt, dann ist es natürlich auch nicht so extrem in Miami Beach!

    Ich hoffe ich konnte euch damit ein bisschen weiterhelfen, wenn ihr noch Fragen habt, dann hinterlasst mir gerne einen Kommentar!

     

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